Und er mit sachlichem Ton „schönes Anwesen, gehört das alles zum Internat?“
„Nur zum Teil. Die gesamte Anlage ist Eigentum des Herrn Arno von West, der die Gebäude dem Internat zur Verfügung stellt aber auch für Tagungen“ gab ich Auskunft.
Inzwischen waren wir in den Räumen angekommen. Sie schaute sich um „naja kann unsereins für ein paar Tage aushalten.“
„Lass den Unfug, die Unterkunft ist mehr als gut. Zuhause wohnen wir auch nicht anders. Nur Deine Räume sind anders ausgestattet“ sagte Heinrich von B… und zu mir ganz leise „sie hat einen Adelstick ist aber sonst ganz harmlos.“
„Aber ich hätte gerne meinen Sohn gesehen, ist er erreichbar?“
„Moment“ gab ich zurück, zückte mein Handy und rief Tim an. Teilte ihm die Lage der Zimmer mit.
„Er kommt sofort“ gab ich bekannt. Und schon klopfte es an der Tür. Tim kam herein und lief sofort auf seine Eltern zu.
„Schön Euch zu sehen“ rief er aus und umarmte erst herzlich seinen Vater. Der griff auch nach Tim, der plötzlich „aua“ von sich gab.
„Was ist los Sohn, Du siehst so gesund aus und bis trotzdem Empfindlich?“
„Entschuldige Vater Du hast meine Verletzung getroffen, das tat recht weh.“
Eine weibliche Stimme krähte dazwischen „will er mich nicht begrüßen, mein Herr Sohn?“
„Hallo Mama, auch schön Dich zu sehen, aber warum die Verkleidung?“
„Werde er nicht frech zu seiner Mutter. Ich bin immerhin Gräfin Grazia von B… und muss mich Standesgemäß kleiden“ näselte sie.
Tim kräuselte seine süße Nase und maulte „wenn Du mich unbedingt unmöglich machen willst, kann ich ja wieder gehen.“
„Gerda, jetzt ist es genug. Diese Schau kannst Du von mir aus bei deinen Damen abziehen, aber hier benimm Dich wie eine normale Frau. Sonst kannst Du wieder auf dem Wochenmarkt Gemüse verkaufen, wie vor der Ehe.“
Ich hatte mir das Schauspiel amüsiert angesehen und wollte mich höflich entfernen.
„Bitte bleiben sie hier, ich möchte doch noch einiges von Ihnen wissen“ kam es in vernünftigem Ton von der Frau.
„Was möchten Sie wissen?“
„Tim sprach von einer Verletzung, hat er sich die bei der Arbeit zugezogen?“
Ich erzählte in Kurzform wie es zu der Verletzung gekommen ist.
Heinrich war beeindruckt von seinem Sohn „Du bist wirklich ein echter von B…, mein Sohn ich bin stolz auf Dich. Wie sieht es aus mit Deiner Arbeit hier? wie ich hörte ist aus der Strafarbeit eine Lehre geworden.“
„Mir gefällt es hier sehr gut und ich habe die Aussicht, nach bestandener Gesellenprüfung so nach und nach den Hausmeister abzulösen, der möchte dann doch in Rente gehen.“
„Fehlt Dir Dein sorgloses Leben von zuhause nicht“ wollte Gerda wissen.
„Auf gar keinen Fall, hier habe ich eine nützliche Arbeit und das sorglose, blödsinnige Rumgegammel hat mir nie gefallen. Außerdem habe ich hier einen lieben Freund gefunden.“
Oops, war das ein Outing dachte ich bei mir. Das kam jetzt überraschend für mich, denn Tim hatte immer Angst davor es seinen Eltern zu sagen, weil er ihre Reaktion nicht einschätzen konnte.
„Du bist Homosexuell?“ fragte der Vater streng.
„Ja, aber ich hab’s erst hier richtig rausgefunden und wollte es Euch nicht am Telefon erklären“ kam es mit leiser Stimme von Tim.
„Ich hab’s mir gedacht“ sagte die Mutter mit den Mädels bist Du zuhause nie so recht klar gekommen.“
Heinrich ging mit ernstem Gesicht auf seinen Sohn zu, nahm dessen Kopf in seine Hände und sagte „das muss ich erst verdauen, aber sei gewiss ich hab Dich immer noch lieb, egal ob Freundin oder Freund Du bleibst mein Sohn.“
Während sein Vater auf ihn zukam war Tim leichenblass geworden. Jetzt nach der Aussage seines Vaters klappte er zusammen.
Heinrich von B… trug ihn aufs Bett und ich verabschiedete mich. Das mussten die drei jetzt zusammen verarbeiten, da war ich fehl am Platze.
Beim Rausgehen sagte ich noch „ich treffe mich gegen 20 Uhr mit der anderen Familie von B… im Salon, Sie sind herzlich eingeladen auch zu kommen.“
Ich lud auf dem Rückweg noch die Familie Huber ein.
Im Salon deponierte ich eine Kiste Wein und ein paar Flaschen Recommandata und alkoholfreie Getränke für die Minderjährigen.
Es wurde ein gelungener fröhlicher Abend. Tim hat seinen Eltern `seinen´ Markus und Sepp hatte seiner Mutter seinen neuen Freund Maxi vorgestellt. Man merkte ihr an, dass sie daran zu knabbern hatte aber nach Gesprächen mit den anderen Eltern, vor allem Hasso und Maria waren ihr eine große Hilfe und bald saß sie entspannt, auch dank des Lokörweins, in der Runde. Die Männer hatten sich den Rotwein vorgenommen, sodass bald eine lustige Stimmung herrschte.
Später als die Jüngeren sich in die Betten verabschiedet hatten meinte sie mit leicht schwammiger Stimme „eigentlich ist es schön zu sehen wenn sich zwei Menschen so sehr lieben, auch wenn’s zwei Jungen sind. Aber trotzdem muss ich mich erst daran gewöhnen.“
Am nächsten Morgen trafen wir uns mit den anderen Gästen in der Mensa zum Frühstück.
Hasso meinte „das war doch ein gelungener Abend, oder ist jemand anderer Meinung?“
Keiner war anderer Meinung.
Aus der Aula, wo die Schüler ihr Frühstück einnahmen klang Gelächter. Ich schaute nach. Sepp und Maxi hatten gerade fröhlich erklärt, dass Sepp sich mit seiner Mutter versöhnt hat und er hatte Maxi einen langen Kuss gegeben.
Jetzt stand für mich die übliche Routine an. Danach schaute ich bei Joh in der Küche nach. Der herrschte organisiertes Chaos. Eine Menge Menschen hasteten hin und her um für den morgigen Tag alles vorzubereiten. Joh erzählte mir, dass er mit Christos besprochen hat was er an Kräutern und Gemüse benötigt und dass er vorhat gutbürgerlich zu kochen, was verriet er nicht. So verlief der Tag in ruhigen Bahnen. Meine Cousine teilte mir mit, dass sie am Tag nach dem Weihnachtsessen mit den Kindern abreisen wollte, aber ohne Lakis. Denn ihr Vater hätte für eine solche Entscheidung mit Sicherheit kein Verständnis.
Der abendliche Rundgang verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse. Sieht man von den üblichen Wichs-, Blas- und Fickorgien der immer geilen Knaben ab. So konnte ich beruhigt schlafen gehen.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurden die Tische fürs Mittagessen vorbereitet, das für 12 Uhr angesetzt war. Die Jungs hatten schulfrei und waren auf ihren Zimmern um sich dem Anlass gemäß anzuziehen.
Nachdem alle Schüler, die ich in ihrer Galakleidung fast nicht erkannte, und Gäste eingetroffen und Platz genommen hatten, ging Walter nach vorne
„Meine Damen und Herren, ich mach es kurz: heute ist der Tag auf den vor allem die Schüler mit Spannung gewartet haben. Freundlicherweise hat sich Herr La… bereit erklärt für uns alle ein festliches Mal zu kochen. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit.“
Dann kam Joh aus der Küche und verkündete „Es ist alles vorbereitet, da mir keine Vegetarier und Veganer angekündigt wurden habe ich ein klassisches Weihnachtsessen, nach Hausmannsart ohne Schnickschnack zubereitet. Ich hoffe es mögen alle.“
„Aus Rücksicht auf die Minderjährigen, werden nur alkoholfreie Getränke gereicht“ fügte er noch hinzu.
Der Sauerbraten war wirklich hervorragend und viele Schüler holten sich ein oder zweimal Nachschlag.
Als alle fertig und satt waren stand Hasso auf und bedankte sich beim Internat und bei Joh für das ausgezeichnete Essen. Danach löste sich die Versammlung auf und die Schüler verteilten sich in den Freizeiträumen.
Die auswärtigen Gäste sammelten sich im Salon des Gästetracks und unterhielten sich. Als ich dazukam sprachen sie gerade über Zypern.
Wie sieht das Camp aus und wieviel Leute können dort untergebracht werden, waren die Fragen.
In weiser Voraussicht hatte ich eine CD-ROM mit Bildern vom Camp und der Plantage mitgebracht, sodass alle sehen konnten wie es dort aussieht. Die Begeisterung war groß.
„Kann man da auch Urlaub machen“ fragte Heinrich.
„Wenn Sie sich mit einfachen Unterkünften, ohne Luxus vorstellen können, ja. Ich würde Ihnen aber empfehlen in den Monaten Mitte März bis Ende Mai oder Ende September bis Anfang Dezember zu kommen. Denn im Hochsommer können die Temperaturen schon mal auf 45 Grad steigen und die Luffteuchtigkeit bei 80-85% liegen..
Sie müssen sich aber damit abfinden, dass dort in der warmen Zeit eine Menge nackter Gestalten rumllaufen. Am ersten Tag, wenn Sie da sind werden die sich etwas zurückhalten, aber nackt rumlaufen werden die sich nicht nehmen lassen.“
„Unser Junge auch?????“ kam es von Tims Mutter.
„Der auch, er war zwar noch nicht auf Zypern, aber bei unserem See läuft er mittlerweile, bei entsprechender Temperatur, hüllenlos rum. Dort hat er ja erst so richtig entdeckt auf welcher Seite er steht.“
„Oh Gott, Oh Gott“ lamentierte sie.
„Stell Dich nicht so an, er läuft ja nicht nackt in der Fußgängerzone rum, sondern unter seinesgleichen“ wies Heinrich seine Frau zurecht.
„Aber wenn die da Liebe machen? Ich würde vor Scham im Erdboden versinken“ wiederum Gerda.
„Das werden die Jungs mit Sicherheit nicht machen, wenn jemand Fremdes in der Nähe ist. Außerdem ist Sex nicht das Hauptthema im Camp, ja er findet statt, aber die meiste Zeit arbeiten die Jungs an irgendwelchen Projekten, helfen in der Plantage oder in der Turtel-Bucht, bei den jungen Sc***dkröten“ klärte ich sie auf und wenn unsere Schüler in den Ferien dort sein werden, wird es nicht anders sein.“
Die anderen lachten und Hasso warf ein „die sind nun mal jung, der Ernst des Lebens kommt noch früh genug.“
Damit war das Thema durch und ich verabschiedete mich von den Gästen, die alle morgen sehr früh abreisen wollten.
Später kam noch meine Cousine mit ihren Kindern vorbei und verabschiedete sich.

Ende des sechsten Teils, wenn Ihr mehr wollt, schreibt fleißig Kommentare und Anregungen.
Ich freue mich über jede Art von Rückmeldung.

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